Hobby-Detektivin Miss Marple
Miss Marple (eigentlich Jane Marple) ist eine von Agatha Christie geschaffene Romanfigur.
Sie wird von Christie als kleine, kultivierte und zerbrechlich wirkende ältere Dame aus der oberen Mittelschicht dargestellt. Sie hat abgesehen von ihrem Neffen Raymond West keine engen Verwandten mehr, sie hat nie geheiratet. Ihre Heimat ist das fiktiven Dorf St. Mary Mead, ein typischer englischer Ort in der ebenfalls fiktiven Grafschaft Downshire. Allerdings ist das Dorf nicht verschlafen: innerhalb von etwa 40 Jahren kam es zu 16 Morden - 5 durch Gift, 2 durch Schusswaffen, 2 durch Ertrinken, 2 durch Erwürgen sowie 5 mit nicht geklärten Ursachen. Dazu kommen noch 4 Mordversuche durch Ersticken, Gift sowie Schläge. Nicht zu vergessen sind 5 Raubüberfälle, 8 Unterschlagungen und 2 Erpressungsserien. Alle Vorfälle wurden von Miss Marple geklärt.
Ihren ersten Auftritt hatte Miss Marple in einer Kurzgeschichtenserie des britischen „The Sketch Magazine“. Sie war hier Mitglied in der Diskussionsrunde „Tuesday Club“, deren Thema ungeklärte Verbrechen waren. Andere Clubmitglieder waren u.a. Miss Marples Neffe Raymond West, seine Verlobte und Künstlerin Joyce sowie der Pfarrer des Ortes. Miss Marple war immer diejenige, welche die Verbrechen auflösen konnte. Im Buch „The Thirteen Problems“ wurden diese und weitere Kurzgeschichten zusammengefasst; es erschien 1932, zwei Jahre nach dem ersten Miss-Marple-Roman „Mord im Pfarrhaus“.
In Verfilmungen ist Miss Marple immer ein liebenswerter Charakter: eine schrullige alte Jungfer, die schwierige Rätsel mit ihrem scharfen Verstand löst. Mit ihrer Erkenntnis von Zusammenhängen zu früheren Personen und Ereignissen im Dorf bringt sie die örtlichen Gesetzeshüter immer wieder zum Erstaunen.
Die wahrscheinlich bekannteste Darstellerin in Verfilmungen war die Schauspielerin Margaret Rutherford (Grossbritannien), welche die schrullige Miss Marple zwischen 1960 und 1964 in 4 Filmen verkörperte.
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